Papua Neuguiena (.. oder will ich da wirklich hin!?)
Hallo zusammen, da ich heute etwas faul bin, habe ich beschlossen aus Papua Neuguinea (kurz PNG) nur einen Artikel zu schreiben… und ehrlich gesagt bin ich ja auch nur 10 Tage dort gewesen… daher gibt es nur einen, aber dafür etwas längeren Artikel… Aber um Euch nicht länger auf die Folter zu spannen… (hab Ihr den Artikel aus Tokyo gelesen!?) Wenn nein, dann wisst Ihr nicht warum es sehr spannend bzw. aufregend war für mich nach PNG zu gehen…. Also schnell mal lesen…. ;)
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Gelesen?
Naja ist auch egal…. Also Craig den ich in Osaka kenngelernt habe, hatte mir gesagt dass ich ihm eine eMail schreiben soll, wenn ich es schaffe aus PNG zurückzukommen ohne überfallen oder gekidnappt zu werden. Er berichtet mir dass er ca. 20 Leute kennt, die dort waren um dort zu leben bzw. Urlaub zu machen.
Alle von Ihnen wurden mindestens einmal überfallen bzw. 3 auch gekidnappt!
Insofern könnt Ihr Euch vorstellen das ich schon etwas nervös war dort hinzugehen, sowohl auch das Deutsche Auswärtige Amt (insbesondere über die Hauptstadt Port Moresby) nichts Gutes über PNG schreibt.
Aber… heh :) … eine der ersten Sachen die ich in Fiji gemacht habe, war Ihm eine eMail zu schreiben ;)
Ich weiß nicht ob ich außergewöhnliches Glück hatte, oder ob alle übertrieben haben. Wobei ich schon denke das ich Glück hatte, da auch die Einheimischen sehr! um mich besorgt waren wenn ich gesagt habe das ich alleine mit dem Minibustaxi (d.h. man teilt ich das Taxi mit anderen) von A nach B fahren möchte. Wobei wenn man von oben auf die Inselgruppe herunterschaut sieht es eigentlich alles recht „paradiesisch“ aus ;)
Ein bisschen besorgt war ich dann schon als ich aus dem Flughafen herauskam und eine große Lache „getrocknetes Blut“ gesehen habe… aber irgendwie sah das komisch aus… zu hell für trockenes Blut…. Wie auch immer, die Leute waren besorgt um mich (mehr als ich selber, denke ich). In Port Moresby hatte das Hotel in dem ich die erste Nacht schlief sogar darauf bestanden mich mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren…! Nachdem ich so eingeschränkt war, habe ich beschlossen am nächsten Morgen nach Alotau im Süden zu fliegen, wo man „sicher“ sein soll, da die Leute dort sehr freundlich sind… UND…. Das erste was ich dort gesehen habe war wieder das Blut!... uiui… na das ist ja sicher hier!!! …
Aber das Blut lässt sich leicht erklären wenn man die Leute auf der Straße ein wenig beobachtet.
In PNG gibt es eine Frucht Namens „Beatle Nut“. Diese wird hier zum Zeitvertreib gekaut… Die Beatle Nut selber ist nur super sauer (hab das Ganze auch mal probiert ;)… allerdings mischen die PNG-ies die Nut mit Senf(in Form einer grünen Stange) und Limone (in Form von weißem Pulver). Das ganze gibt dann eine chemische Reaktion die mit einem Joind vergleichbar ist wenn man zu viel von der Limette nimmt…. Das Nebenprodukt dieser Mischung ist eine stark rote Farbe. Denn alle Leute die diese Kombination kauen haben ebenfalls „fürchterliches Zahnbluten“ ;) Und da es so bitter ist, spucken sie immer wieder einmal die Spucke - die einem im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Mund gezogen wird – einfach auf den Boden ….. und siehe da… da haben wir unser Blut ;)
D.h. hier kann es ja doch recht friedliche sein :) Und so war es auch… man konnte sich frei bewegen… die Leute haben einen gegrüßt auf der Straße, waren neugierig wo man herkommt und haben sich auf einen Plausch mit mir eingelassen…. …. sogar bei Nacht fühlte ich mich hier relativ sicher, wobei eine nettes Paar das ich getroffen habe mich spontan nach Hause gefahren hat als ich ihnen gesagt habe, das ich laufen werde, da ich ja auch hierher (in ein Restaurant) gelaufen bin. Vielleicht war es ja doch nicht soooo sicher ;)
Am Abend an dem ich ankam bin ich dann nach Wagawaga gefahren. Das ist ein Dorf 90 Minuten mit dem Jeep oder 45 Min. per Boot. Aber da der Besitzer des „Tree Tops“ (das Backpacker in dem ich schlief) in der Stadt war hab ich mich von Ihm mitnehmen lassen… und ganz ehrlich… der Name des BP passt irgendwie….
Das ist die Aussicht von der Veranda :) Nicht schlecht, oder ? Mit mir waren 3 ältere (40 - 60) Frauen und ein junges Mädel (schätz mal so 25) im Tree Tops. Die 4 haben zusammen für den nächsten Tag eine Übernachtung bei einer lokalen Familie im Dschungel „gebucht“. Naja,…. Abenteuerlustig wie ich bin hab ich mich spontan angeschlossen. Am nächsten Morgen ging es dann früh los…. Zuerst mit dem „Dingi = Motorboot“ übers offen Meer… Natürlich entlang der Küste ;)
Danach ging es etwas rustikaler zu… da war auch das erste mal das jemand die Familie besucht und die Organisation lief daher am Beginn nicht so optimal… aber heh… das ist eben kein Touristenland und das war schon mal ganz und gar keine Touristentour!!! Der Besitzer des Tree Tops kannte die Familie und versucht den Tourismus hier etwas anzukurbeln… wir waren so zu sagen seine Experimentiergruppe ;) Der Grund warum der den Tourismus hier in die Gegend bringen möchte ist das Problem der Abholzung. Viele große Firmen versprechen den Einheimischen das „große“ Geld für Ihre Bäume, da es hier jedem Landeigner überlassen ist was er mit seinem Stück Regenwald macht, oder nicht. Daher versucht er den Leuten alternative Geldquellen aufzuzeigen… Wie auch immer… Nachdem usn das Dingi in einer Flussmündung abgesetzt hatte mussten wir auf unsere „Boote“ warten. Die wartne haben wir bei einer sehr netten Familie verbracht.
..danach ging es etwas langsamer 3 Std. flussaufwärts… und zwar damit ;)
Wir mussten immer mal wieder aussteigen auf dem Weg da das Wasser zu flach war…
Nach den 3 Std. paddeln ging es dann nochmal 45 Minuten durch den Dschungel laufen… und da es hier die Tage zuvor geregnet hatte, war an meine Wanderschuhe kaum zu denken, da wir teilweise bis halbe Kniehöhe eingesunken sind…
Und dann haben wir endlich unser 5-Sterne Hotel erreicht ;)
Nein, ganz ehrlich… die Menschen hier leben unter den einfachsten Verhältnissen… Kein Strom… kein Herd, kein Waschbecken (das wir im nahegelegenen Fluss gemacht ;) keine sanitären Anlagen (abgesehen vom Plumpsklo)… einfach nur der Regenwald und was sie dort finden bzw. anbauen… Die Frau unseres Gastgebers sagte mir dass sie einmal im Monat in die Stadt (Alotau war es glaub ich) fährt um dort ihr Gemüse zu verkaufen und Zucker und Tee zu kaufen. Den Rest liefert der Regenwald… inklusive Baumaterial für das Haus… und wenn sie in die Stadt fährt, muss sie dort übernachten, da es zu lange dauert um es an einem Tag wieder nach Hause zu schaffen!!! Aber dafür hat sie hier ihre Ruhe und jeden Tag diese Aussicht…
Kann man schon irgendwie verstehen…. Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück nach Wagawaga…. Erst ein Stück mit dem Kanu (aslo 2 Std. oder so) und dann nochmal 3 Std. laufen bis uns der Jeep abgeholt hat. Unterwegs waren wir noch in einem Dorf.
Zurück im Tree Tops habe ich dann am Abend noch eine Beatle-Nut probiert. Naja ohne Limone und Senf… leider…. Ich wäre schon auf die rote Farbe gespannt gewesen… aber auch wiederum nicht auf den Joind-Effekt…. Wow ist das bitter!!!... pfui… da frag ich mich echt warum die das hier den ganzen Tag kauen!? Am nächsten Morgen ging es für Pip und mich dann zurück nach Alotau und mit dem LKW an das East Cape… 4 Std. auf der Pritsche des LKW’s…. wobei ich ehrlich sagen muss das es angenehmer war als ich dachte… und vor allem hatte ich ein wesentlich besseres Gefühl als die Überfahrt von Wagawaga nach Alota…
Das blaue Boot das ihr im Hintergrund seht war unser Boot das uns in 45 Minuten auf die andere Seite der bucht bringen sollte. Das Problem war aber das zu viele Leute auf das Boot schon gewartet haben… aber da man ja auch keinen zurück lässt…. Naja, lange rede kurzer Sinn…. Wir waren 18 Personen auf dem Boot + Fracht, die bestimmt nach dem was ich schätze gute 200-300 Kilogramm ausmachte. D.h. wenn ich jetzt mal grob schätze waren ca. 1200-1300kg auf der Nussschale da hinter mir unterwegs…. Seht Ihr die obere Bootskante!?... die war gerade noch so über der Wasseroberfläche!!! …und das schlimmste war das wir unter dieser Plane saßen die mit einem Holzgestell fest am Boot montiert war… d.h. wir haben nichts gesehen, nur Schweiß, Schmerz in den Beinen die einschlafen und das Geschaukel des Bootes… Ich bin ja ziemlich abenteuerlustig, aber das war dann doch auch mir zu viel…die Panik in Pip’s Augen haben ebenfalls für sich alleine gesprochen… Ich war heilfroh nach 45 Minuten sicher am Ufer angekommen zu sein… und hätte es wahrscheinlich auch nicht viel länger ausgehalten… Ich kann mir wirklich nicht vorstellen wie groß die Hoffnung der Flüchtlinge auf ein neues Leben sein muss, um das was ich für lächerliche 45 Minuten aushalten musste über Tage und Wochen zu ertragen!!! Naja, wie gesagt… der LKW war sehr bequem dagegen. Am East Cape angekommen haben wir uns erst einmal das Dorf angesehen, da unserer Vermieterin den Schlüssel für die „Ferienwohnung“ nicht hatte. Der war mit dem Vermieter der im Nachbardorf war um eine Schein zu töten, das morgen auf der Beerdigung der trauenden Familie geschenkt werden sollte.
Hier ist das Leben eben noch anders…. Kein elektrischer Strom, gewaschen wird wieder im Fluss und Playstation 3 ist ein Fremdwort :)
Abends waren wir dann noch auf dem „Markt“ einkaufen…. Frisch gefangen Fisch… mmmh der war lecker :)
Am nächsten Morgen sind Pip und ich zu einem Aussichtspunkt auf gelaufen. Leider hab ich sie unterwegs verloren a ich nochmal kurz am Krankenhaus anhalten musste um zu telefonieren (übrigens das einzige Telefon im Dorf ;) Ich war aber nicht lange alleine… zwei Jungs haben mich nach der Hälfte des Weges begleitet.
Die Aussicht war genial….
Wie ich später herausgefunden habe sind die zwei Jungs aus der Klasse geschlichen, da sie 2 „Dim-Dims“ (also Weiße) gesehen haben und sind uns in den Regenwald gefolgt…. Und alter Schwede… dort fühlten sie sich wohl…
Tja und dann hieß es zurück nach Alotau, da Pip am nächsten Morgen fliegen sollte und ich ins Tawali Tauch-Resort ging um 2 Tauchgänge zu machen. Das Tawali ist eine Tauch-Resort der Luxusklasse. Für mich war nur eine Tagesbesuch mit 2 Taugängen drin, da alles andere viel zu teuer gewesen wäre. Ein Tag Resort mit Mahlzeiten 300,- EUR
Das Tauchboot auf dem ich war, war voll mit meist Amerikanern zwischen 35 und 60 Jahren. Alle schon ca. 1-2 Wochen im Resort oder auf einem der Tauchboote die auf offener See übernachten…. Alter Schwede… da war Geld versammelt…. Die Riffe um das Resort zählen zu den besten der Welt… da war sich jeder einig… es war auch wirklich nett unter Wasser
…jede Menge Nacktschnecken und Dinge die man auf den ersten Blick gar nicht sieht…
… und Dinge die man gar nicht sehen will
… wobei ich nach dem Tag entschieden habe… wenn ich nochmal tauchen gehe auf meiner Weltreise, dann konzentriere ich mich auf die großen Dinge die ich im Meer sehen kann und nicht auf die kleinen…
Nach dem 2ten Tauchgang ging es für mich dann zurück an Land wo Kaffe und Tee auf mcih gewartet hat… man muss schon sagen… da ist das Resort wirklich sehr nett… wie auch immer für die Nacht ging es dann wieder zurück nach Alotau wo ich für ca. 10,- EUR übernachtet habe… daher konnte ich mir auf guten Gewissens ein Frühstück im Hotel nebenan gönnen das das zu Hause für einen Hornbill war.
Der Hornbill ist zwar nicht so groß wie der Great Hornbill den ich in Indien gesehen habe, aber dafür hat mich dieser gejagt!... und sein Schnabel ist schon eindrucksvoll wenn er mit diesem nach Dir pickt…. Irgendwie mochte er wohl nicht dass ich Fotos von ihm mache… Tja und dann ging es auch schon mit dem Flieger nach Port Moresby…. Ich hatte die Hoffnung das „Hiri Moale“ zu sehen, da jeder mir sagte dass es um den Unabhängigkeitstag herum starten soll…. und dieser war heute(16.09.)! Das Hiri Moale ist ein Fest zu dem viele Stämme aus PNG zusammenkommen um ihre Kultur zu präsentieren, Wettkämpfe zu bestreiten und zu tanzen… es ist eines der farbenfrohesten Feste auf der ganzen Insel.
Tja leider hab ich herausgefunden das das Hiri Moale am 17.09. anfängt…. mmmh, dumm gelaufen, denn ratet mal wer am 17.09. morgens im Flieger nach Australien saß ;) … aber Australien war nicht mein eigentliches Ziel…. Das lag weiter östlich… und das ist wie immer eine andere Geschichte, aus einem Land wo das Blau nicht blauer sein kann und Kokosnüsse in Hülle und Fülle vorhanden sind..…
... das Land der „Blauen Lagune“ (na, den Film gesehen!?) und jeder Menge Wasserabenteuer.
Euer Sven