Datong (... eine Kleinstadt erzählt die Geschichte Chinas...)
Hallo zusammen,
auf meiner Reise nach Peking mache ich heute in Datong Stopp. Nach 44 Std. im Zug auch mal eine ganz nette Abwechslung. Datong ist eine kleine Provinzstadt für China... naja mit 1,4 Millionen Einwohnern schon... oder !?
...
Tja, daran werde ich mich in China noch gewöhnen dürfen. Die Maßstäbe sind hier etwas anders. Allerdings sind die Chinesen sehr freundliche und hilfsbereite Leute im Allgemeinen. Ok wenn es um in der Schlang stehen geht, um etwas zu besichtigen, ist es schon etwas anders, aber Welten besser als in Indien z.B. !!!!
Ebenfalls werdet Ihr auf den Fotos bemerken, das ich zu 99,9% nicht alleine auf dem Foto bin, oder das Objekt meiner Begierde mit jemanden anderem geschmückt ist....
Aber ca. 1,3 Milliarden Chinesen wollen ja auch irgendwohin gesteckt werden... und dann kommen noch die Touristen wie ich dazu...!!!! naja um es kurz und knapp zu sagen: " zum Glück ist das Land riesig, sonst würde es noch mehr überquellen"
Generell will ich über China noch eines sagen: "DANKE FÜR DEIN GUTES ESSEN". Ihr wisst ja das ich Essen im Allgemeinen sehr mag, aber hier werde ich noch Erfahrungen machen... jamjam... ok, manchmal ist auch ein schwarzes Hühnchen (siehe Tibet Artikel) dabei... aber EHRLICH gesagt...
WER in China nicht so viel unterschiedliche Sachen probiert wie er kann, ist SELBER SCHULD !!!
ESSEN IST KULTUR hier (und ganz nebenbei saulecker
) !!!
Ok, jetzt aber wieder zu Datong....
In Datong hatte ich zwei Hauptziele.... a) die Yungang-Grotten und b) das Hängende Kloster...
Als ich aber am ersten Nachmittag in der Stadt umherbummelte, habe ich herausgefunden das Datong mehr zu bieten hat.... In der Stadt gibt es eine 9 Drachen-Mauer. Diese ist das Überbleibsel eines Forts das leider niedergebrannt ist...
Ebenfalls sind die "hutongs" - die leider wie überall in China abgerissen und neu bebaut werden - sehr interessant. Die "hutongs" sind Viertel in denen die ärmer Bevölkerungsschicht der Chinesen wohnen. Das sind meistens verwinkelte Gassen mit sehr viel Scharm und Aura... der perfekte Ort um sich in der jüngeren chinischen Kultur/Geschichte zu verlieren...
Ebenfalls ist mir wie in Tibet der krasse Gegensatz zwischen dem traditionellen China und der Weltmacht China aufgefallen...
... falls das Bild nicht genung sagt, eine kurze Erklärung dazu. In China sieht man überall Straßenverkäufer wie hier im Vordergrund. Allerdings sieht man auch immer und überall McDonalds, KFC, BurgerKing, ShoppingMalls und hippe Läden wie Dolce & Gabana, Louis Vuitton, Prada, etc.
Das ärgerliche ist nur das der "Normalo Chinese" sich das ganze gar nicht leisten kann
!!! Da stellt sich für mich die Frage: " für wen bauen "Die" das Ganze
..." so viele reiche Touristen kommen nun auch nicht nach Datong.... ist ja wie gesagt eine Kleinstadt
...
Ich hoffe das ich das Geheimnis während meiner Reise noch lüften kann.
Am nächsten Tag bin ich dann auf um das "Hängende Kloster" zu besichtigen. Das Kloster liegt außerhalb der Stadt und kann per Bus in 2,5 Std. erreicht werden. Da Kloster ist direkt in den Fels gebaut und auf Pfäle gestützt...
.... ein etwas mulmiges Gefühl hat man schon wenn man da durch läuft...
Im Kloster habe ich dann eine sehr nette Chinesin aus Peking kennengelernt. Wir haben den restlichen Tag dann zusammen verbracht, da wir die gleichen Ziele hatten. Der Rückweg war nicht ganz so einfach, da die Taxifahrer zum Bus mehr Geld wollten als auf dem Hinweg... Aber zum Glück hatte ich ja nun meine neue "Freundin", die für uns verhandeln konnte.
Also ging es dann vom Kloster zurück in die Stadt und von dort zu den Grotten.
Naja, dachten wir.... nach ca. 1 Std., vielen Fragen und Suchen gaben wir dann auf und haben uns ein Taxi genommen. Der Bus war einfach nicht zu finden.... und die Grotten machen auch irgendwann mal zu...
Die Fahrt dorthin hat Ewigkeiten gedauert, gefühlt zumindest. Der Taxifahrer hat das Auto ca. 6-7 mal abggewürgt und hat sich an der Ampel immer ganz hinten in der längsten Schlange angestellt.... und es war sehr viel Verkehr !!!
Zum Überfluß mußte ich dann noch Verkehrspolizist spielen als 2 LKWs eine Brücke blockiert haben. Wir standen bestimmt 5 Minuten und nichts ging mehr. Als dann die Polizei kam sah ich uns gerettet. Aber anstatt zu helfen quetschen sich die Helden durch die kleine Lücke zwischen den LKWs und fahren weiter
. DAs war zu viel. Also bin ich aus dem Taxi ausgestiegen und habe den Verkehr geregelt. Nach 30 Sekunden war das Thema geklärt...
... man man, da muß ich 10.000km reisen um denen hier zu zeigen wie man Verkehrsknoten löst... meine chinesische Freundin und der Taxifahren waren verdutzt und ich froh endlich weiter zu kommen
Die Grotten sind grandios und all der Aufwand hat sich gelohnt....
Abends waren wir dann noch chinesisch Essen zusammen. Es gab Dumplings, Schwein und Hühnchen Kong Pao... sehr lecker und seeeeehr scharf
.... aber heh, ich bin ja auch in China .... danach haben wir uns verabschiedet da sie auf den Zug mußte.
Am nächsten Morgen ging es dann auch für mich weiter nach Peking.... aber das ist wie immer eine andere Geschichte...
Bis dann Euer.....
Sven